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AUSGABE 2017
WEINSTUBEN-GESPRÄCHE
Roman Schulz zu Gast im 28. WEINSTUBEN-GESPRÄCH

Roman Schulz (Jahrgang 1960), Buchautor und Pressesprecher der Sächsischen Bildungsagentur in Leipzig, ist am 16. März 2013, zur Leipziger Buchmesse, Gast bei Dr. Bernd Bräuer im 28. WEINSTUBEN-GESPRÄCH.
Schulz, geboren in Rodewisch, lebt seit 1968 in Leipzig. Nach Abitur und Berufsausbildung zum Buchbinder studiert er an der Karl-Marx-Universität Leipzig Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaft. Nach bestandener Diplom-Prüfung 1985 arbeitet er bis 1991 als Fach-Lehrer für die Fächer Deutsch und Geschichte an einer Leipziger Oberschule. Seit 1991 /1992 arbeitet er mit am Aufbau der Bildungsagentur in Leipzig, wo er noch heute wirkt.
Im Mittelpunkt des Gespräches steht sein im Militzke Verlag, Leipzig 2009 und 2010 in zweiter Auflage erschienenes Buch Zwischen Hörsaal 13 und Moritzbastei. Der Buchautor, der von sich sagt: … immer bin ich etwas geworden ist, aber nie dass, was ich eigentlich wollte, beabsichtigt nach dem Abitur Medizin zu studieren. Wegen fehlender gesellschaftlicher Aktivitäten und vor allem schlechter Noten im Fach Russisch und Staatsbürgerkunde wird er dafür nicht zugelassen, was er in Buch und Gespräch mit dem Abstand von über 30 Jahren heiter, ja humorvoll erzählt - auch über das Angebot im Umlenkungsverfahren, Fachlehrer zu werden. Schulz darüber: In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken… Bist du wach? Hast du wirklich richtig gehört? ... Du kannst aus bekannten Gründen keine Patienten behandeln, aber als Lehrer wollen die dich auf Kinder loslassen? Nun, er nimmt das Angebot an, wohl auch deshalb, weil er, wie er im Buch schreibt, sofort nach dem obligatorischen Wehrdienst sein Studium in Leipzig 1981 beginnen kann. Konkret, anschaulich, nachdenklich und heiter, ja humorvoll und im besten Sinne unterhaltend erzählt er über seine Studienjahre, seinen Studienalltag, die ideologischen Zwänge, denen er ausgesetzt ist, die gelungenen Verweigerungen, die Kuriositäten… Die gesellschaftliche Zeitenwende, die große Weltbegebenheit 1989 erlebt Schulz, wie wohl die meisten Ostdeutschen, als einen unbeschreiblichen Glücksfall der Geschichte, als eine Revolution, die alle Wunden heilt, als Aufbruch, als Befreiung aus geistiger Vormundschaft… Nicht zuletzt zeigt sich in seinem ab 2002 engagierten Wirken im Paulinerverein, eine Bürgerinitiative zum Wiederaufbau der 1968 gesprengten Universitätskirche St. Pauli, sein selbstbestimmtes Engagement für seine Heimatstadt Leipzig. Das Wirken dieses Vereins, die kritische Aufarbeitung dessen Arbeit seit seiner Gründung im Jahre 1992 erfolgt im Buch mit großer Sachkenntnis und liest sich aus vielerlei Gründen gleichermaßen spannend wie bedrückend, was sich auch im Gespräch an diesem Abend widerspiegelt.
Schulz hat ein lesenswertes, im besten Sinne unterhaltendes Erinnerungsbuch, ja, man ist geneigt, von seiner Autobiografie für die Zeit von 1981 bis 2009 zu sprechen, vorgelegt - es ist ganz sicher in einem weiten Sinne ein wichtiges Zeit-Dokument über das Alltagsleben in der DDR der 1980er Jahre und in den gesellschaftlichen Umbruchzeiten seit 1989.
Nicht zuletzt der rege Buch-Verkauf und das Signieren des Autors im Anschluss an das 28. Weinstuben-Gespräch belegt das große Interesse der Zuhörer an diesen im Buch behandelten Themen.

Roman Schulz, Zwischen Hörsaal 13 und Moritzbastei, Militzke Verlag 2010.