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Weinladen Dienstag ab 17.00 Uhr, Mittwoch - Freitag 10.00 - 18.30 Uhr, Samstag 10.00 - 13.00 Uhr
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AUSGABE 2017
WEINSTUBEN-GESPRÄCHE
Johannes Hassenrück zu Gast im 19. WEINSTUBEN-GESPRÄCH

Johannes Hassenrück, Buchautor, Organist und Theologe, war am 17. Oktober 2009 zu Gast bei Dr. Bernd Bräuer im 19. WEINSTUBEN-GESPRÄCH.
Der Buchautor, Jahrgang 1946, wächst in Grünhainichen im Erzgebirge in einem christlich geprägten Elternhaus auf. Der Vater ist Pfarrer, im Haus wird viel gesungen und musiziert, was den Heranwachsenden für sein Leben prägt. 1957 übersiedelt Johannes Hassenrück mit seinen Eltern nach Leipzig - der Vater übernimmt hier ein Pfarramt. Nach dem Abitur beginnt Hassenrück ein Studium der Theologie und Musik an der Karl-Marx-Universität in Leipzig. Die Orgel wird sein bevorzugtes Musikinstrument. Besonders tief erlebt er sein Spiel auf der Orgel der Universitätskirche (Paulinerkirche). 1968 protestiert er gegen die bevorstehende Sprengung dieser Kirche und die neue Verfassung der DDR. Er wird verhaftet, verhört, sitzt sechs Wochen im Gefängnis, erhält eine zweijährige Bewährungsstrafe und wird exmatrikuliert. Sein Studium kann er erst Jahre später fortsetzen und erfolgreich beenden. Er spricht sachlich über diese für ihn schwere Zeit. Die tiefe Bewegung ist ihm trotzdem anzumerken. Heiter und humorvoll erzählt er im weiteren Verlauf des Gespräches von den großen und kleinen Schwächen seiner Lehrer und Professoren, von ernsten Lebenslagen, die oft ins Komische umschlagen, was sich auch in seinen Kurzgeschichten widerspiegelt. Große Erfüllung findet Hassenrück im Orgelspiel. 1975 kann der examinierte Pfarrer Hassenrück nach West-Deutschland ausreisen. Der Anfang ist in der neuen Lebenswelt steinig und schwierig, aber es gelingt ihm, Wurzeln zu schlagen – vor allem im Schwarzwald, in Donaueschingen als Theologe, als Organist und Buchautor. Heute lebt Hassenrück als Pfarrer in Reserve – wie er es humorvoll beschreibt – in Bad Dürrheim. Er sagt von sich: er schreibt, weil er schreiben muss.
Hassenrück spielt an diesem Abend auf dem Klavier zwei Stücke aus den Kinderszenen von Robert Schumann und liest am Ende des Weinstuben-Gesprächs aus seinem Buch Hallelu- nein die Geschichte vom Familienkonzert, die er sprachgewaltig und mit großer Mimik und Gestik zur großen Freude und Erheiterung der Gäste vorträgt.
Musikalisch wurde das Weinstuben-Gespräch vom Männerchor Harmonie aus Großgörschen begleitet, der von Felix Mendelssohn Bartholdy vertonte Eichendorff-Gedichte sang. Der spätromantische Dichter Joseph von Eichendorff und sein Werk spielte im Gespräch eine wichtige Rolle. So wurde der im Bernd Bräuer Verlag erschienene Wandkalender 2010 Joseph von Eichendorff. Spurensuche. Orte und Städte vorgestellt.

Nach dem WEINSTUBEN- GESPRÄCH tafelten und becherten und plauderten die Gäste in geselligen Runden.